Lachs 2000 in der Main/Saale-Region

am 28. Mai 2004 wurden erneut Lachsbrütlinge in die Schondra - ein kleines Nebenflüsschen der Fränkischen Saale - eingebracht. Es ist dies nicht das erste mal, dass Versuche zur Wiedereinbürgerung des Atlantischen Lachses in Unterfranken unternommen werden. Die ARGE Main, sind ebenso wie die Fachberatung Fischerei am Bezirk Unterfranken und viele engagierte Fischer in der Sache tätig.

Schon vor 2 Jahren gab es erfolgreiche Erbrütungsversuche in der Schondra im Rahmen einer Machbarkeitsstudie des Diplom-Biologen Bernd Tombek. Vor 4 Jahren gab es bereits einen weiteren Besatz mit Brütlingen.

Wenngleich es im Main noch zahlreiche Hindernisse beim Abstieg und dem erhofften Wiederaufstieg gibt, ist das Unterfangen nicht aussichtslos. Aus Untersuchungen in Frankkreich ist bekannt, dass Lachse auch über die Schleußen mit dem Schiffsverkehr wandern, wenngleich dies mit vielen Fragezeichen zu versehen ist. Daher ist es dringend erforderlich, den Energieanbietern und den Schiffahrtsämtern die Notwendigkeit des Baus funktionierender Aufstiegshilfen abzufordern. Zum Thema erscheint in der Main-Post nebenstehender Beitrag:

7000 Lachs-Brütlinge

haben am Donnerstag dieser Woche in der Schondra eine neue Heimat gefunden. Dort werden sie über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren heranwachsen um dann über das Rhein-Main-System ins Meer zu wandern. Im jetzigen Stadium sind die Jungfische nur schwer von Bachforellen zu unterscheiden. Erst kurz vor ihrer weiten Reise in den Atlantik verlieren sie die auch für die Bachforelle typischen roten Punkte und nehmen als sogenannte Smolts eine silbrige Färbung an.

Wenn die Wiedereinbürg des Lachses erfolgreich verläuft, worauf die Beteiligten hoffen, kehren die Laichreifen Fische nach etwa 5 Jahren in die Schondra zurück und sorgen für Nachkommenschaft.

Dr. Jörg Schneider vom Büro für Fischökologische Studien, der zur Zeit wegen der Arbeiten an einem FFH-Managementplanes für das Schondratal tätig ist, ist Lachsexperte und hat sich als wertvoller Helfer zur Verfügung gestellt. Die Besatznaßnahme ist zeitaufwändig, weil nur eine weiträumige Verteilung der Brütlinge im Bachsystem gute Erfolge bringt. Als geeignete Besatzstrecken gelten flache, schnellströmende Gewässerabschnitte mit kiesigem oder steinigen Untergrund. Tiefe Stellen, Staubereiche und langsam durchströmte Strecken sind zu meiden.

Erbrütet wurden die jetzt ca. 4 cm langen Tiere im Teichwirtschaftlichen Beispielbetrieb Maidbronn der Fachberatung für Fischerei am Bezirk Unterfranken. Wenngleich die Voraussetzungen für einen Erfolg in Unterfranken durch zahlreiche Wehre nicht ideal sind, verfolgt die Fischerei gemeinsam mit der Fachberatung beharrlich das Ziel, den Lachs wieder heimisch zu machen. Finden sich doch Beispiele dafür, dass die zurückkehrenden Fische auch einmal die Schleusen nutzen. In mehreren Flüssen des Rheinsystems, in der Elbe, aber auch in einigen Flüssen Norddeutschlands waren die Bemühungen nicht umsonst. Dort gibt es dank des Engagements im Rahmen des Programms „Lachs 2000“ zahlreiche Rückkehrer, die auch schon nachweislich für Nachwuchs „aus eigener Kraft“ gesorgt haben.

wie wird besetzt?