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AGFS fördert Äschen-Projekt in Gräfendorf mit 500 €
Die Aktionsgemeinschaft Fränkische Saale e.V. hat sich der Verbesserung der ökologischen Situation an der Saale verschrieben. Die Äsche, ein Fisch, der zu den „Lachsartigen“ zählt, steht auf der Roten Liste bedrohter Arten. Noch vor etwa 20 Jahren gab es einen ausgezeichneten Bestand dieser selten gewordenen Tiere nicht nur im Oberlauf. Besonders in Wolfsmünster fanden sich viele Äschen aller Größen, bis Kormorane die Art nahezu auszurotten drohte. Grund genug für die AGFS, ein Gemeinschaftsprojekt der zuständigen Hegefischereigenossenschaft, des Angelsportvereins ASC Forelle Gräfendorf e. V. und des Fischgutes Seewiese mit einer Spende von 500 e zu fördern. Ziel dieses Projektes ist es, mit dem Fischgut Seewiese einen ersten Privatbetrieb in Unterfranken zu etablieren, der sich der nicht einfachen Aufzucht von Äschen widmen wird. Äschen sind, wie auch der Saibling oder die Bachforelle, besonders auf eine gute Wasserqualität angewiesen.
Das Gräfendorfer Äschen-Projekt begann vor etwa zwei Jahren mit Aufzuchtversuchen im Beispielbetrieb der Fachberatung Fischerei am Bezirk Unterfranken in Maidbronn. Aus dem Saale-Nebenfluss Schondra wurden einige Laichäschen gefangen und „abgestreift“, so nennt man die Gewinnung von Eiern und Sperma. In dieser Phase war der Einsatz der Mitglieder des ASC-Forelle Gräfendorf mit ihrem Vorsitzenden Arnold Meder hervor zu heben. Bei winterlichen Temparaturen musste über viele Stunden im Wasser gewatet werden, um die mit schwachem Strom betäubten Fische mit dem Kescher zu fangen. Die befruchteten Eier landeten zum überwiegenden Teil im Bruthaus Maidbronn, etwa 200 befruchtete Eier übernahm Wolfgang Thurn vom Fischgut Seewiese in Gräfendorf für einen Aufzucht-Test. In beiden Fällen sind die Versuche geglückt. Die in Maidbronn erbrüteten Fische schwimmen längst in der Saale, die Äschen des Fischgutes Seewiese leben zur Beobachtung in der dortigen Anlage und könnten schon in diesem Jahr laichreif sein. Im kommenden Frühjahr sollen erneut Äschen aus der Schondra gefangen und abgestreift werden, um später im Fischgut Seewiese zu schlüpfen. Die Herkunft der Elterntiere aus dem Nebenfluss der Saale ist deshalb von Bedeutung, weil die „genetische Nähe“ der beiden Gewässer erwarten lässt, dass keine Verfremdung der Stämme zu befürchten ist. Sobald die Äschen geschlüpft und ihre Nahrungsreserven aus dem Dottersack verbraucht sind, sollen sie zur Stabilisierung des Besatzes von 2007 in die Saale eingesetzt werden. Es ist entscheidend, die Jungtiere so früh wie möglich in ihren neuen Lebensraum Saale zu verbringen, damit sie sofort beginnen, natürliche Nahrung aufzunehmen und damit die Anpassung besser gelingt. Unter Fachleuten ist es längst verpönt, große oder gar fangreife Fische zu besetzen. Für diese mit unnatürlichem Futter versorgten Tiere ist es schwer, sich auf ein verändertes Biotop und natürliche Nahrung umstellen zu müssen. Grundsätzlich wird die Notwendigkeit von Besatz heute eher kritisch gesehen und solte nur dort erfolgen, wo dies zur Erhaltung der Arten unabdingbar ist. So ist die Schondra seit vielen Jahren von Besatzauflagen befreit, weil sich dort dank entsprechender Hege ein biologisches Gleichgewicht mit einem der Nachhaltigkeit entsprechendem Aufwuchs entwickelt hat.
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